Diskussion: German Entertainment and Media Outlook 2011-2015

Datum: 19.10.2011

Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers hat im Rahmen ihres aktuellen Berichtes „German Entertainment and Media Outlook 2011-2015" ein rasantes Wachstum für den Markt mobiler Endgeräte und Online-Werbung konstatiert. Bei der Vorstellung der Untersuchung diskutierten Vertreter unterschiedlicher Branchen im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN über Chancen und Risiken von Mobile-Media-Innovationen. Nach einer kurzen Einführung durch die Medienjournalistin Sissi Pitzer stellte Werner Ballhaus, Partner bei PricewaterhouseCoopers, zentrale Ergebnisse der Studie „German Entertainment and Media Outlook 2011-2015" vor. Demnach übertrifft das Volumen von Online-Werbung in diesem Jahr erstmals jenes der traditionellen Zeitungs- und Fernsehwerbung. Außerdem werde der Medienmarkt Deutschland vom starken Wachstum mobiler Endgeräte und Anwendungen geprägt, wodurch sich auch das Konsumentenverhalten nachhaltig verändere. Während die vieldiskutierte „Kostenlos-Mentalität" der Internetnutzer für Vermarkter und Inhalteanbieter weiterhin eine große Herausforderung darstelle, seien Verbraucher jedoch zunehmend bereit, für hochwertigen Content zu bezahlen. Im Jahr 2011 werde der Marktanteil von Tablet-PCs am Computermarkt bereits zehn Prozent ausmachen, sagte Ballhaus. Um das volle Potenzial mobiler Internetnutzung ausschöpfen zu können, seien jedoch weiterhin höhere Bandbreiten und entsprechend bezahlbare Datentarife notwendig. Nachdem werbefinanzierte Inhalte für Verlage weiterhin nicht profitabel betrieben werden können, bestehe die Herausforderung in der richtigen Balance zwischen Werbung und Paid Content, erklärte Dr. Reinhard Müller, Partner von PricewaterhouseCoopers. Auch Verlagsmanager Dr. Frank Sambeth von Random House unterstrich die enorme Bedeutung mobiler Anwendungen für seine Branche: „Dieses Jahr hat auch der letzte Verlag kapiert, dass er sich diesem Thema nicht mehr entziehen kann". Dennoch sei das App-Umfeld durch niedrige Preise, unterschiedliche Plattformen sowie schwierige Auffindbarkeit mit Risiken für Unternehmen behaftet. Diese Umstände führten beispielsweise dazu, dass sein Verlag statt Inhalten zunehmend Software produziere. Als Vertreter der Games-Branche konstatierte Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware e. V., dass auch Spieleentwickler auf das veränderte Umfeld reagieren müssten. Denn während Games auf den traditionellen Plattformen einen Durchschnittspreis von 23 Euro erzielten, verzeichneten Spiele-Apps für mobile Geräte lediglich einen mittleren Umsatz von 2,50 Euro. Die Herausforderung bestehe nun darin, die Konsumenten nicht zuletzt durch gute Produkte zu einer erhöhten Zahlungsbereitschaft zu motivieren. Christian Gaiser, Mitgründer und Geschäftsführer des standortbezogenen Dienstes kaufDA, wies auf die herausragenden Nutzungsmöglichkeiten von Tablet-Computern hin. Um diese auszuschöpfen, sollten Unternehmen nach dem Kiss-Prinzip vorgehen: „Keep it simple and stupid". KaufDa überträgt Werbung und Produktinformationen von Einzelhändlern auf mobile Endgeräte. Der deutsche Markt habe im mobilen Bereich noch großen Nachholbedarf, erläuterte Stefan Hentschel, Head Mobile Advertising bei Google in Deutschland. Nach eigenen Untersuchungen betrieben nur zehn Prozent der Google-Kunden eine Internetseite, die auf mobile Endgeräte zugeschnitten sei: „Die Konsumenten sind zwei Jahre weiter als die Unternehmen", bilanzierte Hentschel. Letztere seien nun gefordert, mehr zu experimentieren und „dorthin zu gehen, wo die Kunden schon sind". Auch Michael Plate, Senior Vice President bei Interactive Media CCSP, beklagte die Zurückhaltung deutscher Firmen im mobilen Bereich. Um mit der Entwicklung mitzuhalten, müsse das Vierfache dessen ausgegeben werden, was Unternehmen derzeit für den mobilen Bereich aufwenden. Es sei weiterhin wichtig, in einen Dialog mit dem Kunden einzutreten und die Angebote für mobile Plattformen zu optimieren.

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