Diskussion: Neue Inhalte und Geschäftsmodelle für Infrastrukturanbieter

Datum: 20.10.2011

Direkter Kundenkontakt und regionale Bekanntheit können Kabelnetzbetreibern dabei helfen, mit Inhalteanbietern neue Angebote auf den Markt zu bringen und zielgerichtet Mehrwertdienste einzusetzen. So lautete das Ergebnis eines Experten-Panels, das bei den MEDINENTAGEN MÜNCHE vom Satellitenbetreiber Eutelsat veranstaltet wurde. In seinem Impulsreferat stellte Matthias Schwankl, Senior Manager InteractiveTV & Innovations von Eutelsat visAvision, heraus, dass das Fernsehgerät das „Supermedium" bleibe, über das die Endkunden Inhalte nutzten. Dabei seien Hybrid-TV und Video-on-Demand die Megatrends, die den Absatz zum Beispiel von Bewegtbildangeboten steigerten. Hybrid-TV ermögliche dem Kunden, auf klassisches lineares Fernsehen und auf nicht-lineare Angebote aus dem Internet interaktiv mit einem Gerät zuzugreifen. Video-on-Demand sei als Mehrwert für den Kunden ein „Must-Have" im Angebotsportfolio der Infrastrukturanbieter. Hochauflösendes Fernsehen (HDTV) sei dann der Treiber, der über das verbesserte Seherlebnis dem Kunden einen Zusatznutzen biete. „Mit dem hybriden Ansatz gelingt es Kabelnetzbetreibern und TV-Sendern, sich gegen Over-the-Top- Angebote aus dem Internet durchzusetzen", schloss Schwankl seinen Vortrag. In der anschließenden Podiumsdiskussion erklärte Susanne Aigner-Drews, Geschäftsführerin von Discovery Communications Deutschland, dass ihr Unternehmen die Basis von linearem TV längst verlassen habe, und es für ihr Unternehmen „als Content-Haus wichtig ist, dass bei neuen Angeboten die Marken der Anbieter auf den verschiedenen Plattformen authentisch transportiert werden -- mit der Strategie ‚Content is King, Brands are Queens'". Nach Ansicht von Mirjam Laux, Managing Director von Fox Channels Deutschland, ist das nichtlineare TV eine sinnvolle Ergänzung zum linearen Fernsehen, „wobei die Emotionalisierung der Kunden immer über Content und nicht über Technik stattfinden muss". Martina Rutenbeck, Geschäftsführerin von Eutelsat visAvision, setzt bei der Erstellung der Inhalte auf die Kabelnetzbetreiber als Kooperationspartner, „die durch ihre Kundennähe rausfinden müssen, was der Kunde will, wie seine Erwartungshaltung erfüllt werden kann". Der Kabelnetzbetreiber Primacom verfolgt als Infrastrukturanbieter die Strategie, auf der Basis seiner Kundendaten gemeinsam mit Content-Häusern Modelle zu entwickeln, die den Kabelhaushalten einen Mehrwert bieten. Das berichtete Thomas Eibeck, Director Technology, Products & Services von Primacom. Ein Schwerpunkt liege dabei im Service-Bereich. Wolfgang Heer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Glasfaseranschluss, kündigte an, der Ausbau der Glasfasernetze werde es auch ermöglichen, dass große Wohnungsbaugesellschaften ihren Mietern bessere Breitbandanschlüsse bieten könnten. Ziel sei, „dass der Endkunde ganz modernes TV bekommt."

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