Publishing-Gipfel 2011: Klassiker reloaded - Chancen und Risiken

Datum: 20.10.2011

Eine Vermessung der Branche und des Berufsstandes vorzunehmen, hatten sich die Teilnehmer des Publishing-Gipfels während der MEDIENTAGE MÜNCHEN vorgenommen. Im Verlauf der Diskussionen wurde sichtbar, welche Risiken - vor allem aber Chancen - vor Verlegern und den Redaktionen liegen. Um auf das erweiterte Verständnis der Veranstalter für durchgehend multimediales Publizieren zu verweisen, war der bis dato unter dem Titel Print-Gipfel eingeführte Branchentreff in Publishing-Gipfel umbenannt worden. In seinem Grußwort verwies Dr. Marcel Huber, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, auf das Verschwinden von Genre-Grenzen innerhalb der Medienlandschaft. Es sei, so erklärte Huber, nur noch eine romantische Vorstellung von Medienrezeption, dass sich allein die sinnlich erfassbare Zeitung langfristig doch gegen konkurrierende Angebote, beispielsweise im Online-Sektor, behaupten werde. Vielmehr müsse zur Kenntnis genommen werden, dass die fortschreitende Digitalisierung auch Verlage und Redaktionen zu neuen Ideen treibe. Gleichwohl bleibe der Wunsch der Menschen nach verlässlicher, glaubwürdiger und verorteter Information bestehen. Diesen Umstand müssten sich klassische Printmedien ebenso zunutze machen wie Online-Publikationen. Für beide bestehe weiterhin eine Daseinsberechtigung, wenn sie es verstünden, sich gegenseitig in ihrer Entwicklung zu befruchten. „Qualität hier oder dort wird sich in jedem Fall durchsetzen", lautete Hubers These. Der Politik komme dabei die Aufgabe zu, geeignete Rahmenbedingungen - etwa im Bereich des Urheberrechts zu schaffen, um beiden Modellen zum Erfolg zu verhelfen. „Die kreativsten Köpfe können nicht handeln, wenn die politischen Rahmenbedingungen dies nicht zulassen." Mit diesem Statement nahm Andreas Scherer, 1. Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) und Geschäftsführer der Augsburger Allgemeinen, den Hinweis von Staatsminister Huber auf. Er sprach sich außerdem dafür aus, die bekannten Diskussionen endlich zu beenden, um an die Umsetzung der bereits erreichten Vereinbarungen zu gehen. „Notfalls müssen solche gesetzlichen Reglungen auch im nationalen Alleingang verabschiedet werden - auch wenn international gültige Regelungen natürlich zielführender wären", forderte Scherer.

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