Diskussion: Pay TV Wachstum: Deutschland anders als der Rest der Welt?

Datum: 20.10.2011

Die Nachfrage nach Pay-TV-Angeboten wird steigen, darüber war man sich beim Panel der Unternehmensberatung Solon Management Consulting während der MEDIENTAGE MÜNCHEN einig. Der zunehmende Wettbewerb um den Endkunden führe zu mehr hochwertigen Inhalten und einem besseren Service für die Zuschauer. Dr. Henning Röper, Geschäftsführer von Solon Management Consulting, erklärte in seiner Einführung, dass Zuschauer dann fürs Fernsehen zahlten, wenn sie es überall und jederzeit nutzen könnten. Die uneingeschränkte zeitliche und räumliche Verfügbarkeit der hochwertigen Inhalte müsse mit einer hohen Erlebnisqualität in Bild und Ton gekoppelt sein. Der Zugang zum Pay-TV müsse durch eine niedrige Einstiegsschwelle, zum Beispiel mit Hilfe von zeitlich befristeten kostenlosen Test-Abonnements, erleichtert werden. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion erklärte Brian Sullivan, Vorstandsvorsitzender von Sky Deutschland, dass neben exzellentem Service der Premium-Content immer wichtiger werde. „Premium-Pay-TV ist teuer. Aber mit klarer Darstellung des Angebotes und mit einem verstärkten Marketing für Premium-Inhalte im diesem unterbedienten Segment im deutschen Fernsehmarkt lassen sich neue Kunden gewinnen", fuhr Sullivan fort. Die Deutsche Telekom habe, so ihr Geschäftsführer Marketing Dr. Christian Illek, den Einstieg ins Pay-TV-Geschäft auf das Konzept gegründet, die vorhandene Kundennähe mit technologischer Führerschaft und Premium-Content zu verbinden. Für die Zukunft setze sein Unternehmen auf eine große Innovation pro Jahr. „War es dieses Jahr die Verbreitung des Programmes über Satellit, so wird es nächstes Jahr die Ausweitung der Verbreitung über mehrere Screens wie Tablets und Smartphone sein", erklärte Illek. Wilfried Urner, Geschäftsführer APS ASTRA Platform Services, machte die Low-Prize-Strategie für die stark wachsende Marktdurchdringung des hochauflösenden Fernsehens HD Plus verantwortlich. „Wir haben Free-TV-Nutzer HD Plus erst kostenlos probieren lassen und dann für die Weiternutzung Geld verlangt", erklärte Urner. Premium-Content für das Bezahlfernsehen sei international gleichzusetzen mit der Liveübertragung der jeweiligen Sportart Nummer Eins. Dieser Aussage von Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL), stimmte das Podium zu. Für die Wertschöpfungskette bei der Fußballvermarktung stellten in Deutschland Medienerlöse durch den Verkauf von Übertragungsrechten den größten Wachstumsblock. „Für Fernsehsender reicht es aber nicht, dem Zuschauer nur Fußballbundesliga anzubieten, sondern auch digitale Services wie Interaktivität und das Marketing müssen stimmen", ergänzte Seifert. Dr. Manuel Cubero, Mitglied der Geschäftsführung bei Kabel Deutschland, betonte, dass Premium- Content sich selber tragen und für sich allein stehen müsse: „Daher müssen für super Inhalte hohe Preise vom Endkunden verlangt werden. Dumping-Strategien machen den Markt kaputt".

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