Diskussion: Location Based Services, Mobile Social Media & Co.

Datum: 20.10.2011

Location Based Services, kurz LBS, existieren seit den 90er Jahren, doch erst jüngste Angebote wie Groupon oder Foursquare beleben den Markt der lokalisierten Dienste. Beim Panel der MEDIENTAGE MÜNCHEN stellten Agenturen und Anbieter ihre Geschäftsmodelle und Trends vor. Mit steigender Nutzung mobiler Endgeräte rücke, so Moderator Ralf-Gordon Jahns von Aquarius Consulting, auch mobiles Marketing in den Fokus der Werbewirtschaft. Hier verschöben sich allerdings einige Parameter, da das Smartphone deutlich sensiblere und intimere Daten des Nutzers verwalte als andere Endgeräte. Eine Herausforderung für das Feld Local Based Marketing dessen Bedeutung sich angesichts des zunehmenden Smartphone Marktes ständig erhöhe. Als Beispiel für LBS kann der Rabattvermarkter Groupon dienen. Aber hier fungiert das mobile Gerät nicht nur als Promotion-Tool, wie Robert Bosch, Senior Vice President Business Developement von Groupon, berichtete. Das Handy werde zum Transaktionsgerät schlechthin: vom Angebot bis hin zum Bezahlen. Für Händler wie Kunde eine Win-Win-Situation, da der kleine Einzelhändler die Rabatte auch via Smartphone abrechen könne. Wie große Unternehmen lokale basierte Dienste zur Imagesteigerung einsetzen, zeigte Thomas Helbing von der Agentur Ray Sono am Beispiel Lufthansa. Der Fokus liege vor allem auf der Verknüpfung von Personalisierung, sozialen Medien und Local Based Services, denn „nicht die Menschen suchen die Informationen, sondern Nachrichten, Meinungen und Werbung suchen die Menschen." Ziel bei allen Social-Media-Kampagnen für die Lufthansa sei vor allem die Steigerung der Markenwahrnehmung. Ebenso am Markenimage arbeitet Joachim Bader von der Agentur Clanmo, wenn seine Agentur für Kunden wie TUI und Hugo Boss lokale und social-media-basierende Kampagnen entwickelt. Mit Hilfe von LBS und Social Media lassen sich laut Bader kreative und innovative Ideen verwirklichen, die neben der Brandinszenierung zusätzlich noch wichtige Follower generieren. Ob Local Based Services das Konsumverhalten beim Kaufprozess unmittelbar beeinflussen, versuchte Prof. Dr. Martin Spann, Direktor des Instituts für Electronic Commerce und Digitale Medien von der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) zu klären. Seine Studie untersuchte die Beziehungen von Distanz, Angebotswert und Eigenschaften des Nutzers beim mobilen Couponing. Muss die Rabatthöhe eines Couponangebotes parallel zur Distanz des Nutzers vom Verkaufsort steigen? Das Ergebnis: Angebote aus unmittelbarer Nähe bis hin zu einem Kilometer wurden deutlich häufiger angenommen als weiter entfernte. Auch die Rabatthöhe ist entscheidend - je höher der Rabatt, desto mehr Leute machen mit. So lässt sich laut Prof. Spann berechnen die Rabatthöhe in Bezug auf die Distanz des Nutzers zum Verkaufspunkt berechnen. Da die „Schnäppchenmetalität" und das Preisbewusstsein der Deutschen eine lange Tradition hätten, sei es nur eine Frage der Zeit bis sich das Thema mobiles Couponing in einer breiteren Zielgruppe durchsetze, zeigte sich Robert Bosch von Groupon überzeugt. Helbing und Bader waren sich darin einig, dass der Einsatz von Local Based Services in Verbindung mit Mobile Social Media als Instrumente zur Markenintensivierung und Imagegenerierung nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für regionale Märkte nicht mehr wegzudenken seien.

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