Diskussion: Auftakt Connected TV - Möglichkeit zu mehr Programmvielfalt

Datum: 24.10.2012

An Connected TV, also mit dem Internet verbundenem Fernsehen, führt beim Anbieten und Konsumieren von Bewegtbildinhalten zukünftig kein Weg vorbei. Bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN betonten Experten, die Möglichkeit, über das Internet Inhalte auf dem TV-Gerät zu empfangen, biete für den Nutzer mehr Programmvielfalt, die aber gegenwärtig noch unübersichtlich angeboten werde. TV-Sender, die ein lineares Programm ausstrahlen, würden durch diese Entwicklung von zwei Seiten bedrängt: „Die Werbespendings werden weniger und die Overlays sind nicht verbietbar", sagte Thomas Aigner, Geschäftsführer von Aigner Media. Bei Overlays handelt es sich um Bewegtbildprogramme, die per Internet verbreitet werden und auf Smart-TVGeräten über oder neben klassischen TV-Bildern erscheinen können. Dr. Klaus Illgner-Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik, stellte zu Beginn der Diskussion klar, dass es sich bei Connected TV lediglich um einen technischen Begriff handle. „Der technologische Standard, der die verschiedenen Marktteilnehmer zusammenbringt, ist HbbTV", machte Illgner-Fehns deutlich. Hybrid broadcast broadband TV (HbbTV) ermöglicht es als anerkannter Standard für Hybrid-TV Inhalteanbietern, webbasierte Portale zu erstellen, die auf dem TV-Bildschirm als Icons erscheinen und vom Nutzer aktiviert werden können. Erst durch HbbTV sei das nahtlose Verschmelzen von Internet und Fernsehen realisiert worden, sagte der Direktor des Instituts für Rundfunktechnik. Hybrid-Fernsehen sei ein weiterer Begriff für Connected TV. Darunter verstehe man Fernsehgeräte und Set-Top-Boxen, die über eine eingebaute Internetschnittstelle verfügen und somit Fernseh- und Internetinhalte darstellen können. Im Moment kommt ein Teil der Fernsehbilder von der Festplatte, ein Teil über das Internet und ein Teil noch immer über Kabel, Satellit und Antenne. Der Kampf von Geräteherstellern, Inhalteanbietern, Kabelnetzbetreibern, IPTV-Anbietern, Betreibern terrestrischer Netze und Satelliten Sendernetzbetreibern um jeden Quadratzentimeter Bildschirmfläche habe begonnen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Bei den Inhalteanbietern hätten die Sender mit linearem Programm das Problem, dass das Einspielen von Overlays auf den Bildschirm juristisch nicht geklärt und ein Verbot nicht in Sicht sei, berichtete Aigner. „Ist ein Overlay eine Veränderung des Inhaltes und damit über das Urheberrecht oder Leistungsschutzrecht geschützt? Oder nur eine Information, die der Nutzer genauso auf seinem Computer daneben abfragen könnte - es aber am Fernseher macht, weil bequemer?", spitzte Aigner eine aktuelle Problematik zu. Alexander Krüger, Marketing Manager für Home Entertainment bei LG Electronics, stellte die Unterstützung der Übersichtlichkeit der zahlreichen neuen Programmangebote für den Nutzer in den Vordergrund. Sein Unternehmen bietet dazu ein Fernsehgerät an, das es dem Zuschauer ermöglicht, über eine Kartenliste seine „Lieblings-Apps" festzulegen und zu verwalten. Ein weiterer Mehrwert werde dadurch geboten, dass über Apps Inhalte zum Beispiel auf das Smartphone gestreamt werden könnten, sagte Krüger. Die Möglichkeit, Inhalte auf mehreren Bildschirmen darzustellen, werde zudem die Anbieter dabei unterstützen, die Reichweite ihrer Sendungen beträchtlich zu erhöhen.

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