Diskussion: Zukunftsperspektiven für Print-Marken

Datum: 24.10.2012

Absage an die Gratiskultur: Einig sind sich große Zeitungs- und Zeitschriftenverleger in Bezug auf die Zukunft von Bezahlinhalten. Nicht ganz einig sind sie sich dagegen in Bezug auf den besten Weg zum Erfolg. Das zeigte sich bei einer Diskussionsveranstaltung des Beratungsunternehmens Solon während der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Mögliche Wege zum Erfolg fasste Dr. Henning Röper, Geschäftsführer der Solon Management Consulting, zu Beginn in einem Vortrag zusammen: „Erfolgreiche Wachstumsstrategien basieren auf der Stärkung des Kerngeschäfts, auf dem digitalen Aufbau der Printmarken und auf Diversifikation." Kann man die Inhalte der analogen Welt auch digital verkaufen? Diese Frage stand im Zentrum der anschließenden Diskussion. Dr. Andreas Wiele, im Vorstand der Axel Springer AG zuständig für die Bild-Gruppe und Zeitschriften, zeigte sich vom Erfolg digitaler Erlösquellen überzeugt: „Wir digitalisieren unser Kerngeschäft, wir müssen nicht diversifizieren." Thomas Lindner, Geschäftsführer des Bereichs Agenda bei Gruner + Jahr, kündigte an: „Die Digitalisierung wird bei uns in Zukunft eine größere Rolle spielen." Für die regionalen Zeitungsverleger sah das Christian Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, ähnlich: „Die regionalen Verleger werden nicht umhinkommen, ihre digitalen Inhalte zu verkaufen." Doch werde es immer Wettbewerber geben, die „ähnliche Inhalte ohne Entgelt anbieten". Daher sei es entscheidend, „einen Inhalt auszusuchen und mit Qualität zu pflegen, damit die Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen". Dass das so einfach funktionieren könne, bezweifelte Philipp Welte. Der Vorstand für den Bereich Verlage, Vermarktung, Vertrieb bei Hubert Burda Media zeigte sich skeptisch, „analoge Modelle in die digitale Welt zu übertragen". Aus dem Grund lege man bei Burda „Produkte von Anfang an mehrdimensional an" und setze auf digitale Diversifikation einerseits und das klassische Verlagsgeschäft andererseits. Marc Walder, Geschäftsführer von des Schweizer Verlags Ringier, berichtete von Erfahrungen aus der Schweiz mit der Monetarisierung digitaler Inhalte, die sich dort mehr und mehr etablierten. In Bezug auf die Werbeerlöse sagte er: „Was wir im Print verlieren, holen wir im digitalen Werbemarkt nicht mehr zurück." Auf ganz unterschiedliche Wachstumsoptionen von der Wein-Edition bis zu App setzt Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer des Zeitverlags Gerd Bucerius und von DvH Medien: „Entscheidend ist, dass die Strategien zur Marke passen und Spaß machen." Seine Überzeugung: „Man muss Vieles gleichzeitig tun, das ist der Königsweg." Panel-Moderator Jens Weltermann, Partner von Solon Management Consulting, fasste als Fazit zusammen: „Ohne ein starkes Kerngeschäft geht trotz der Offenheit für Zusatzgeschäfte gar nichts."

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