Diskussion: Next Generation Video: Integrierte Inhalte und Infrastrukturen

Datum: 24.10.2012

Obwohl für die Mediennutzer die Möglichkeiten zunehmen, Inhalte auf verschiedenen Endgeräten zu konsumieren, wird der First Screen das TV-Gerät im Wohnzimmer bleiben. Die sogenannten Second Screens, also Geräte, die kleinere Bildschirme zur Verfügung stellen, werden dennoch die Kontrolle über den First Screen übernehmen. Der Fernsehzuschauer wird sie vor allem dafür nutzen, um Inhalte via Internet auf den First Screen zu laden. Auf diese Weise wird der Konsum von Videos in Zukunft stark ansteigen. Allerdings wird die Rezeption von „linearem TV" auch in den kommenden fünf Jahren den Hauptanteil des Medienkonsums ausmachen. Das waren die Thesen der Teilnehmer eines Panels, das die MEDIENTAGE MÜNCHEN in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte angeboten haben. Dr. Andreas Gentner, Partner von Deloitte, berief sich in seiner Einführung auf eine aktuelle Studie seiner Gesellschaft zum derzeitigen Verhalten beim Konsum von Medieninhalten. „Es zeichnet sich eine Konvergenz des Konsums ab. Inhalte werden zwischen mehreren Bildschirmen ausgetauscht", fasste Gentner, bei Deloitte auch Leiter des Bereichs Technology, Media, Telecommunications in Europa, Africa and Middle East, die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammen. Patrice Slupowski, Vice President Digital Innovation & Communities beim französischen Telekommunikationsunternehmen Orange, hob in seiner Keynote hervor, dass Fernsehen nicht mehr nur eine technische Anlage sei, sondern „ein Medium, das die Marktakteure auf verschiedenen Bildschirmen anbieten können". Der Nutzer habe das Bedürfnis, jeden Bildschirm zu jedem Zeitpunkt einsetzen zu können. Die große Herausforderung für Gerätehersteller, Infrastrukturanbieter und Content-Produzenten bestehe darin, in Kooperation Medienkonzepte zu entwickeln, die den User „von der Tyrannei des zunehmenden Medienangebots" befreien, ihm bei der Auswahl helfen und für den jeweiligen „Screen" den passenden und relevanten Inhalt entwickeln würden. Es gehe darum, wie ein Gastronom „zu erfühlen, was Menschen in einem Restaurant essen wollen". Marc Schröder, Geschäftsführer vo RTL Interactive, betonte in der anschließenden Diskussion, dass für sein Unternehmen der Mehrwert in der Aggregation liege. Partnerschaften mit Infrastrukturanbietern wie der Deutschen Telekom könnten das Produkt „Medieninhalt" verbessern. „Allerdings muss ein Sender sich als Marke schützen", sagte Schröder. Eine Partnerschaft mit anderen Marktakteuren könne auch die Integrität einer Marke angreifen. Gert von Manteuffel, Vice President IPTV & Video bei der Deutschen Telekom, berichtete, der neue Dienst „Entertain to go" biete als offene Plattform für Content-Anbieter dem Nutzer die Möglichkeit, Bewegtbildangebote aus dem Internet auf mobile Endgeräte zu laden. Der Telekom Manager hob hervor, die Zeit der Mediennutzung in geschlossenen Systemen sei vorbei. „Inhalte, die für unsere Zielgruppen relevant sind, kommen dann auf diese Plattform", erklärte von Manteuffel. Die Aggregation im Sinne der Zusammenlegung verschiedener Dienstleistungen sei ein Weg, der von allen Teilnehmern im Medienmarkt gegangen werden müsse.

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