Diskussion: Apps on TV: Revolutionieren sie den Markt wie Smartphones?

Datum: 25.10.2012

Der Markt für Smart-TVs und Apps ist noch sehr zersplittert, die Reichweiten sind noch nicht sehr groß. Doch die Chancen auf diesem Markt werden als sehr gut eingeschätzt. So das Fazit einer Diskussionsrunde der Unternehmensberatung Goetzpartners über Fernsehgeräte mit Computer-Zusatzfunktionen bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN. Gleich zu Beginn zeigte Marcus Worbs-Remann von Goetzpartners, in seinem Impuls-Referat die Chancen auf, die im Markt mit den „schlauen Fernsehern" liegen. Beim Fernsehhersteller Samsung etwa seien bereits jetzt zehn Millionen Apps heruntergeladen worden. Am meisten interessiert seien die Nutzer an Informations- und Video-Apps. Positiv sei auch die Zahlungsbereitschaft der User, nur 30 Prozent verweigerten eine Bezahlung grundsätzlich. Positiv betrachtete auch Christian Daubner, Programmgeschäftsführer Politik und Sport beim Bayerischen Rundfunk, die Entwicklung zum smarten TV. Dies komme den modernen Sehgewohnheiten der Zuschauer, „die sich immer mehr zu Zusern entwickeln", also Interaktivität einfordern, entgegen. Georges Agnes, Managing Director HD+ bei Astra, sieht eine große Chance des Smart TV im zeitversetzten Fernsehen. Zwar „bleibt Viertel nach Acht noch lange Viertel nach Acht, das ist gelernt", trotzdem steige das Bedürfnis der Zuschauer nach zeitversetzter Nutzung. Sorgen bereitet dem Manager allerdings die Zersplitterung des Smart-TV-Marktes. Zu viele verschieden Systeme seien erhältlich und auch der neue Standard Hbb-TV sei noch nicht ausgereift. Der Strategic Partner Manager von Google TV, Christian Witt, nutzte die Chance, um darauf hinzuweisen, welche Möglichkeiten die neue, auf Android aufbauende TV-Plattform von Google in diesem Bereich bieten würde. Viele Apps ließen sich ohne Aufwand für den großen Bildschirm optimieren. Markus Hartenstein, Geschäftsführer der Plattform Maxdome der ProSiebenSat.1 Group betonte in diesem Zusammenhang allerdings, dass man auch für das Betriebssystem von Google viele Dinge von Grund auf neu gestalten müsse. Dies sei mit erheblichen Kosten verbunden. Android aufbauende TV-Plattform sei für Maxdome im Übrigen aber nicht mehr wegzudenken, über 50 Prozent der Nutzung fänden mittlerweile über diese Geräte statt. Auch Frank Lonczewski, Leiter Produktmanagement TV Platforms & User Experience Products & Innovation bei der Telekom, betonte, dass Hbb-TV „nur ein Mosaikstein" in der zukünftigen Welt der Smart-TVs sei. Smart-TV sei aber in jedem Fall die Zukunft. Die „Big Emotions" fänden nun mal im „Wohnzimmer auf dem Fernseher und nicht im Arbeitszimmer" statt, da müsse man dabei sein, auch mit neuen und innovativen Angeboten. Auch für die Werbeindustrie würden die neuen Fernsehgeräte immer wichtiger, berichtete Franziska von Lewinski, CEO der Agentur Interone. Es könnten völlig neue Werbeformen entstehen. Produkthersteller hätten beispielsweise die Möglichkeit, eigene Apps für ihre stärksten Marken zu entwickeln. Noch gäbe es allerdings ein Problem mit der Reichweite, die noch nicht groß genug sei. Sie glaube aber, dass die Verbreitung der Smart-TVs und damit die Reichweite der dort platzierten Werbung, in naher Zukunft wachsen werde.

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