Diskussion: Zwischen Massenphänomen und Nische

Datum: 25.10.2012

Wie Medien, Wirtschaft und Gesellschaft in fünf Jahren mit dem Phänomen der Sozialen Netzwerke umgehen werden, diese Frage stand im Zentrum einer Diskussion im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN. „Soziale Medien sind wie anarchistische Teenager" - diese These vertrat Simon Schnetzer, der für die partizipative Studie „Junge Deutsche" auf dem Fahrrad durch Deutschland unterwegs ist und per Skype zugeschaltet war. Die Studie beschäftigt sich mit der Lebensrealität 14- bis 34-Jähriger Bundesbürger. Schnetzers Beobachtung: „Die Möglichkeit zur Interaktion ist ganz entscheidend bei der Mediennutzung." Ein Aspekt, der laut Sven-Olaf Peeck, Geschäftsführer der Social-Media-Beratung crowdmedia, für die externe, vor allem aber auch für die interne Kommunikation in Firmen genutzt werden könnte. Er kritisierte: „Ein großer Teil der Firmen irrt ohne Social-Media-Strategie umher und macht ein bisschen Facebook." Enterprise Social Media habe aber „noch nicht in allen Firmen Relevanz", erklärte Arne Kittler, Director Product Management bei XING. Aus seiner Sicht ein Fehler, denn „soziale Daten aus dem Netzwerk können zum Nutzen in der realen Welt werden". Leah Belsky, Vice President der Open-Source-Videoplattform Kaltura, sah das ähnlich: „In Zukunft wird Social Media kein Freizeitmedium mehr sein, sondern von Firmen entdeckt werden." Viele Firmen müssten sich allerdings erst noch daran gewöhnen, „als Individuum zu kommunizieren". Die Notwendigkeit, Social Media als Direktkanal zu nutzen, stellte auch Curt Simon Harlinghausen, Vorsitzender der Fachgruppe Social Media beim Bundesverband der Digitalen Wirtschaft heraus: „Den Einzelnen in der Masse individuell bedienen - das wird die Zukunft sein." Aktuell dominiere in vielen Firmen allerdings „immer noch Kampagnendenken, dadurch bekommt man keinen kontinuierlichen Dialog mit dem Kunden hin". Die „soziale Medienkompetenz" nannte Tina Kulow, Corporate Communication Manager bei Facebook Deutschland, als Voraussetzung für erfolgreiches Social-Media-Management - sowohl in der Freizeit als auch in der Firma. Ihre Überzeugung: „Wir alle sind Social Media, deshalb müssen wir auch alle dafür fit machen."

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