Mediengipfel 2013: "Mobile Life: Medien, Werbung und Gesellschaft"

Datum: 16.10.2013

Bei dem von taz-Chefredakteurin Ines Pohl moderierten Mediengipfel wurde schnell deutlich, dass fast alle Beteilig-ten zwar ein Minimum an staatlichen Eingriffen in die Märkte wünschen, aber jeweils in bestimmten Bereichen auf zügige (De-)Regulierung drängen. ProSiebenSat.1-Vorstandsmitglied Conrad Albert klagte über zu starke Restriktionen bei der TV-Werbung und wies darauf hin, dass Google im In-ternet nahezu ohne Auflagen agieren könne. Google kontrolliere zunehmend den Werbemarkt und die Auffindbarkeit von Inhalten im Internet. Wenn aber in Deutschland Free-TV-Programmanbieter Video-Plattformen etablieren wollten, scheiterten sie am Bundeskartellamt. Es gehe nicht darum, „Google hochzuregulieren“, aber seine Branche brauche „mehr Bewegungsraum“, appellierte Al-bert an die Politik. Dr. Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender der Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), sprach von einer „Schieflage“, die entstanden sei, weil die Rundfunkregu-lierung aus den Zeiten des linearen Fernsehens stamme. Inzwischen aber seien alle Mediengat-tungsgrenzen aufgehoben und deshalb müssten für alle die gleichen Regeln geschaffen werden. Medienpolitische Anpassungen an technologische Veränderungen dauerten zu lange, kritisierte Schmid. Entsprechende Verfahren würden sich in der Europäischen Union meist über etwa fünf Jahre hinziehen. Bis zur nationalen Umsetzung vergingen dann weitere zwei Jahre.

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