Diskussion: Lokale Suche 3.0 - Apps, soziale Netzwerke, Werbemärkte

Datum: 14.10.2010

Die Suche nach Dienstleistungen und Produkten in nächster Nähe mit Hilfe digitaler Medien nimmt zu. Local Services, also standortbezogene Online-Angebote, werden deshalb immer beliebter. Die Chance, von potenziellen Kunden gefunden zu werden, steigt, wenn ein Unternehmen im Internet, sei es statisch über eine Website oder aktiv über soziale Netzwerke, präsent ist. Daher werden in Zukunft vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) digitale Suchmaschinen vermehrt nutzen. Zu diesem Schluss kamen bei den MEDIENTAGE MÜNCHEN Experten, die bei einem Firmenforum der Telegate AG das Potenzial von Local Services ausloteten. Sie stimmten allerdings auch darin überein, dass traditionelle Suchmedien weiterhin benutzt würden und dass es für den Großteil der werbetreibenden deutschen Unternehmen ein evolutionärer Prozess sein würde, die traditionellen Suchmedien um die digitalen zu erweitern. Der Telegate-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Albath stellte in seinem Vortrag die Diskrepanz zwischen zunehmender lokaler Suche über das Internet und der mangelnden Bereitschaft kleinerer Unternehmen, im Web präsent zu sein, heraus. Da sie noch in der traditionellen Werbewelt verharrten, verschenkten sie viel Potenzial, um von möglichen Kunden über die Präsenz in digitalen Branchenbüchern gefunden zu werden, sagte Albath. Außerdem werde die Chance vertan, durch die aktive Bearbeitung von Nutzer-Bewertungs-Portalen Aufmerksamkeit zu generieren. Da bereits jede zweite Suche nach Produkten oder Dienstleistungen online durchgeführt und davon bei jeder dritten nach lokalen Ergebnissen gesucht werde, bestehe ein großes Marketing-Potenzial darin, mit entsprechenden Full-Service-Paketen die kleinen und mittleren Betriebe an die digitale Werbewelt heranzuführen und so Umsätze zu generieren. Zunächst aber müssen viele KMU geeignete Online Grundlagen schaffen. „Erst eine professionelle Firmenhomepage, dann Twitter", empfahl der Telegate-Vorstandsvorsitzende in der anschließenden Podiumsdiskussion. Dr. Martin Fabel, Partner bei A.T. Kearney, entgegnete, für Firmen gehe es darum, empfohlen zu werden. „Daher ist die Präsenz in sozialen Netzwerken für Unternehmen wichtiger als eine Homepage", erklärte Fabel. Albath merkte an, dass im Gegensatz zur eigenen Homepage-Auftritt im Social Web ein Dialog zwischen Unternehmen und usern bzw. Kunden entstehe, der auch gepflegt werden müsse. Und das sei mit großem zeitlichem Aufwand für die Unternehmen verbunden.

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