Diskussion: Social Media und Marken - Branding in sozialen Netzwerken

Datum: 14.10.2010

Wie und auf wie vielen Plattformen und über welche Kanäle soll sich eine Marke im Social Web bewegen? Online-und Marketing-Experten erörterten während der MEDIENTAGE MÜNCHEN neue Strategien im Umgang mit dem Web 2.0. Eine „Blaupause" für einen erfolgreichen Auftritt in der Welt der virtuellen Gemeinschaften blieb die Podiumsrunde dem Publikum letztlich zwar schuldig, gab aber dennoch einige, wenn auch teilweise sehr unterschiedliche Handlungsempfehlungen. Werbende Aktivitäten im Social Web müssen nach Ansicht von Marike Paulsen vor allem „authentisch und transparent" sein. Die Marketing-Expertin, die bei Frosta für die Bereiche Social Media und Online zuständig ist, erklärte, der Tiefkühl Fertiggerichtmarktführer setze in erster Linie auf einen Firmenblog - und das bereits seit 2005. Inzwischen schrieben 42 Mitarbeiter im Frosta-Blog, hätten 847 Artikel verfasst, die knapp 10.000 Mal kommentiert worden seien. Täglich gebe es 1.500 „eindeutige Besucher" auf der Seite. Paulsen sagte, das alles wirke „imagefördernd" und werde begleitet von eini en positiven Nebeneffekten. Beispielsweise sorge der Blog für ein sehr gutes Google-Ranking bei Frosta-relevanten Themen wie dem Schlagwort „Fertiggerichte". Der offene Umgang mit Kritik erhöhe die Glaubwürdigkeit der Marke, und in vielen Fällen könnten Unklarheiten durch eine schnelle Reaktion beseitigt werden. Seit 2009 betreibt das inhabergeführte Unternehmen Frosta zusätzlich einen Twitter-Account und seit 2010 eine Fanpage auf Facebook. Das Social Network sei eine gute Plattform für Multiplikatoren, und der „Zwitscherdienst" eigene sich vor allem für die schnelle Verbreitung von News, erläuterte Paulsen und warnte zugleich: „Man sollte nicht überall mitmachen wollen. Relevante Inhalte für alle Kanäle zu erstellen, ist schwierig." Ibrahim Evsan, Gründer der Video-Plattform Sevenload und inzwischen Geschäftsführer von United Prototype, ist ganz anderer Ansicht: „Man sollte alle Kanäle nutzen und alle Kanäle miteinander verknüpfen. Die Botschaft ist man selbst", lautet Evsans kategorischer Imperativ. Nicht die Marke sei in den Mittelpunkt zu stellen, sondern der Mensch. Diese Ansicht wollte Christian Hoffmeister so nicht gelten lassen. Der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Bulletproof Media entgegnete: „Ohne Social Media Marketing geht es nicht mehr, aber am Ende des Tages muss das Produkt gut sein". Hoffmeister ist der Meinung, dass nicht alles, was möglich ist, gemacht werden muss. Sein Rat lautet vielmehr: „Bauen Sie sich ein Social-Media-Haus." Es gelte, sich aus der Vielzahl der digitalen Möglichkeiten die passenden herauszusuchen, aber auch herkömmliche Marketingmethoden zu pflegen: „Facebook ist toll, aber auf dem Frankfurter Flughafen sind ebenfalls viele und tolle Menschen."

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